|
Als Chimaira oder
latinisiert Chimaera (Chímaira nach der mythologischen
feuerspeienden Chimäre, ursprüngliche Bedeutung „die Ziege“
(türkisch Yanartaş, „brennender Stein“) ist seit der Antike
ein Platz in Lykien bekannt, an dem noch heute ein seltenes,
Jahrtausende altes Naturphänomen zu beobachten ist: Aus dem
felsigen Boden eines Berghangs schlagen an mehreren Stellen
Flammen heraus – die „ewigen Feuer der Chimäre“.
Die Chimaira ist ein Kultort des
nahegelegenen antiken Olympos und liegt etwa 70 km südwestlich von
Antalya bei dem Dorf Çıralı in der heutigen Türkei. Es gibt zwei
Feuerfelder, die etwa 1 km auseinander liegen. Meistens wird nur das
untere Feuerfeld besucht. Von Çıralı aus kommend wird Eintrittsgeld
erhoben, von Ulupınar aus nicht, dafür ist dieser Anstieg (zum
oberen Feuerfeld) beschwerlicher. Beide Feuerfelder liegen am
Lykischen Fernwanderweg.
Antike Berichte belegen, dass die
Stadt Olympos wegen ihres Hephaistos-Kultes berühmt war. Sein
Heiligtum wird sich wohl hier befunden haben – archäologische
Indizien wurden aber nicht gefunden. Die Inschriften auf den auch
heute noch vereinzelt zwischen den Flammen verstreut liegenden
Marmortafeln geben hierauf leider keine Hinweise. Für die Tradition
eines kultischen Platzes sprechen aber die Reste einer kleinen
mittelalterlichen Kirche.
Das Feuer entsteht durch Gase, die
aus Rissen, Spalten und kleineren Öffnungen eines felsigen Abhangs
austreten und sich an der Luft entzünden. Die Zusammensetzung lässt
sich nicht eindeutig bestimmen – offenbar wechselt sie ebenso wie
Menge und Austrittsstellen in den vergangenen Jahrhunderten.
Überlieferungen zufolge sollen die Flammen noch in der Antike
weithin übers Meer geleuchtet haben, und halfen Seefahrern bei der
Orientierung. Heute sind 250 Meter oberhalb der Küste, rund 2 km vom
Meer entfernt, auf einer kleinen Lichtung in dichtem Waldgebiet nur
noch vereinzelt geringe Flammen zu sehen. Hin und wieder erreichen
sie eine Höhe von 30 cm, manchmal sind sie tagsüber kaum noch
wahrnehmbar. Die Höhe der Flammen ändert sich auch durch den
jeweiligen Luftdruck.
Quelle: Wikipedia
|