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Wenn
man ein Beispiel dafür sucht, wie sich die Natur
zurückerobert was ihr genommen wurde, Magnesia ist
eines dafür. Die Archäologen müssen sich mühselig
durch eine bis zu 5 Meter mächtige Schicht aus
Sedimenten und ausgeschwemmten Lehm arbeiten, um die
wenigen erhaltenen Zeugen der Vergangenheit
freizulegen.
Bekanntestes Bauwerk der Stadt war der der
Artemistempel, mit dem der griechische Architekt
Hermogenes hier einen neuen Tempeltyp verwirklichte.
Dies war der eigentliche Anlass, die in
Vergessenheit geratene Stadt zu suchen und zu
erforschen
Die
Ruinen von Magnesia wurden 1824 von W.R.Hamilton
entdeckt. 1842/1843 waren sie das Ziel einer
französischen Expedition. Die Franzosen legten Teile
des Artemistempels frei und verbrachten Fragmente
seines Frieses nach Paris.
Mit dem Bau der Eisenbahnlinie in unmittelbarer Nähe
der Ausgrabungsstelle begann ein verheerender
Steinraub. Carl Humann, "Entdecker" des Zeusaltares
von Pergamon, lies 1887 weitere Friesplatten bergen
und nach Istanbul bringen, rettete sie damit vor den
Kalköfen.
Dass am Ort selbst nur wenig mehr als Steinbrocken
und Mauerreste übrig geblieben sind, ist auf die vor
allem im 19. Jahrhundert im Osmanischen Reich weit
verbreitete Praxis der Kalkbrennerei (Marmor ist ein
kristalliner Kalkstein) durch die lokale Bevölkerung
zurückzuführen. Ihr fielen im Zeitraum zwischen 1893
und 1895 auch die Reste des Zeustempels zum Opfer,
der noch durch Cark Humann in gutem Zustand
vorgefunden und dokumentiert wurde. Die vor 1893
erstellte Bauaufnahme dieses Tempels diente als
Grundlage für die Rekonstruktion der Pronaos-Fassade
im Berliner Pergamonmuseum.
In
den Altertumswissenschaften war seit Beginn der
Grabungen Heinrich Schliemanns in Troja im Jahre
1871 ein entschiedener Wandel eingetreten. Zwar
wurden Expeditionen noch immer unternommen um antike
Kunstgegenstände für die Museen zu gewinnen, die
systematische Erforschung der Ausgrabungsstätten und
die Klärung historischer Fragen nahm mehr und mehr
an Bedeutung und Anerkennung zu.
Carl
Human begann 1891 im Auftrag der Berliner Museen
eine größere Grabungskampagne, in deren Verlauf der
Artemistempel und die angrenzende Agora freigelegt
wurden.
Nach Abschluss dieser Kampagne in Jahre 1893 ruhten
die Grabungen bis 1984. Die ausgegrabenen Flächen
waren in den vergangenen 100 Jahren wieder mit vom
Regen angeschwemmter Erde bedeckt worden. Seit 1984
unternimmt die Universität Ankara neue Grabungen.
Magnesia ad Maeandrum wurde der Legende nach etwa im
12. Jh.v.Chr. (eine Generation vor dem Trojanischen
Krieg) von Kolonisten aus der gleichnamigen
thessalischen Stadt Magnesia gegründet. Um 680
v.Chr. gelangte die Stadt unter die Herrschaft des
lydischen Königs Gyges. Um 657 v.Chr. wurde Magnesia
von Kimmeriern erobert, später von Ephesos
eingenommen, um 540 v.Chr. eroberte der persische
König Kyros die Stadt. Unter Alexander den Großen
wurde Magnesia makedonisch. In der Folge erlebte
Magnesia zum Königreich Pergamon gehörend ihre
kulturelle Blütezeit.
133 v. Chr. wurde Magnesia wie der Rest des
pergamenischen Reiches dem römischen Imperium
vererbt. Als Belohnung für den Widerstand gegen den
König Mithridates VI. von Pontus erhielt es von
Sulla den Status einer freien Stadt. Ein Erdbeben
zerstörte 17 n.Chr. die Stadt. Innerhalb von 12
Jahren wurde sie vom römischen Kaiser Tiberius aus
eigenen Mitteln wieder aufgebaut.
Es gab schon 114. v.Chr. in Magnesia eine sehr frühe
christliche Gemeinde, die in den folgenden
Jahrhunderten regelmäßig ihre Bischöfe zu den
Konzilen schickte. Von der Eroberung und Plünderung
durch die Goten im Jahre 262 n. Chr. konnte sich
Magnesia wie die benachbarten Orte Ephesos und Milet
nie mehr ganz erholen. Zwar wurde es noch
byzantinische Bischofsstadt und erhielt eine
Ringmauer gegen den Ansturm von Persern und
Seldschuken, war aber wenig mehr als eine
byzantinische Grenzfestung. Um 1300 übernahm die
Fürstenfamilie der Aydınoğulları die Herrschaft.
Infolge von Überschwemmungen, Seuchen und anderen
Plagen wurde Magnesia nach und nach von seinen
letzten Bewohnern verlassen und fiel der
Vergessenheit anheim.
Noch
heute haben die Archäologen mit dem hohen
Grundwasserstand des einstigen Schwemmlandes des
Flusses Mäander (türkisch: Büyük Menderes) zu
kämpfen. Nach den winterlichen Regenfällen, aber
auch nach Unwettern füllen sich die Gruben recht
schnell mit Wasser, sodass an eine fortlaufenden
Grabungstätigkeit nicht zu denken ist. Im Januar
2009, als das Foto / die Fotos entstanden, versuchte
man vergeblich den Wassermassen mit Elektropumpen
Herr zu werden.
Quelle:
Wikipedia u.a.
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