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Über die antike Stadt
Rhodiapolis ist noch recht wenig bekannt. Der Zeitpunkt der ersten
Besiedlung liegt noch im Dunkel der Vergangenheit. Man vermutet aber bereits lykische
Ursprünge. Es scheint belegt, das zumindest der Name der Stadt auf
Siedler aus Rhodos zurückzuführen ist, welche die neue gegründete Stadt
nach ihrer Heimat benannten. Rhodiapolis = Stadt der Rhodier. (Polis
=> Stadt, Akropolis => Oberstadt) Die Grabungsreste eines
Turms belegen neben dem Namen der Stadt die hellenistische Gründung.
Ihre Blütezeit erlebte die Stadt aber in der römischen Kaiserzeit. Ein
Großteil der heute erkennbaren Bauten stammt aus dieser Zeit. In dieser
Zeit lebte in Rhodiapolis einer der reichsten Männer der antiken Welt:
Opramoas. Opramoas gilt als Stifter vieler Baudenkmäler dieser
Region. So besagt z.B. eine Inschrift am Theater von Myra, dass dieses
nach dem Erdbeben von 141 n.Chr. durch Gelder des Euerget Opramaos von
Rhodiapolis wieder aufgebaut wurde.
Er gilt als Paradebeispiel für den Euergetismus, Besonders im
Hellenismus und während der römischen Kaiserzeit war der
Euergetismus insbesondere in den Städten des östlichen Mittelmeerraumes
von größter Bedeutung. Mächtige und reiche Mitglieder der Gemeinderäte
unterstrichen durch Stiftungen, Spiele oder Getreidespenden und
gemeinnützige Bauten, etwa Bäder, Theater und
Aquädukte,ihren Führungsanspruch in der jeweiligen Stadt.
Die Stadt ist unterhalb eines als
Akropolis zu bezeichenden Hügels zu Meer hin ausgerichtet. Als
Zentrum kann das Areal um das Theater, die Agora und die Stoa
bezeichnet werden. Die spärlichen Reste des Mausoleum des Opramaos,
eines 7 x 7,5 m messenden Baus aus sorgfältig behauenen und gefügten
Quadern befinden sich auf dem Platz vor dem Bühnenhaus des Theaters.
Die Wände dieses Monuments waren mit ehrenden Inschriften bedeckt.
Entscheidender Nachteil dieses
Siedlungsplatzes ist die Tatsache, dass in unmittelbarer Nähe keine
Quelle ausgemacht werden kann. Die nächste Quelle befindet sich in
ca. 1 km Entfernung im vom Meer abgewandten Tal hinter der ca.
300 m hohen Kuppe der Akropolis, gut 100 m talwärts. Aquädukte sind
nicht nachweisbar. Um so mehr Aufmerksamkeit wurde dem Bau von
Zisternen gewidmet, von denen sich eine große vor dem Rundtempel
befinden.
Rhodiapolis war nach den ersten
Ausgrabungen durch österreichische Archäologen vor rd. 100 Jahren
wieder der Vergessenheit anheim gefallen. Erst ein Waldbrand in den
90er Jahren des letzten Jahrhunderts brachte die mittlerweile wieder
vollständig überwucherten Ruinen wieder ans Tageslicht und damit ins
Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Heute wird die Stadt in jährlichen
Grabungskampagnen von der Akdeniz Universität Antalya mit
Unterstützung österreichische Archäologen ausgegraben. Die ersten
systematischen Grabungen wurden in den Jahren 2006 und 2007 unter
der Leitung von Prof. Dr.Nevzat Çevik durchgeführt.
Quellen: diverse
Weblinks:
http://www.oeaw.ac.at/klasia/rhodia/rhodiapolis.pdf
(deutsch) http://www.akmedanmed.com/pdf/2007_12.pdf
(türkisch / englisch)
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