Reiseland Türkei

   
  Lykien

 

Koordinaten: 36°23'13.96"N 30°15'56.91"E

 
  Rhodiapolis      
       
   
  Antike Stadt oberhalb Kumluca  
   
     
 

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
  Das Theater (2009)  
 

 

 
 

Über die antike Stadt Rhodiapolis ist noch recht wenig bekannt. Der Zeitpunkt der ersten Besiedlung liegt noch im Dunkel der Vergangenheit. Man vermutet aber bereits lykische Ursprünge. Es scheint belegt, das zumindest der Name der Stadt auf Siedler aus Rhodos zurückzuführen ist, welche die neue gegründete Stadt nach ihrer Heimat benannten. Rhodiapolis = Stadt der Rhodier. (Polis => Stadt, Akropolis => Oberstadt) Die Grabungsreste eines Turms belegen neben dem Namen der Stadt die hellenistische Gründung.
Ihre Blütezeit erlebte die Stadt aber in der römischen Kaiserzeit. Ein Großteil der heute erkennbaren Bauten stammt aus dieser Zeit. In dieser Zeit lebte in Rhodiapolis einer der reichsten Männer der antiken Welt: Opramoas. Opramoas gilt als Stifter vieler Baudenkmäler dieser Region. So besagt z.B. eine Inschrift am Theater von Myra, dass dieses nach dem Erdbeben von 141 n.Chr. durch Gelder des Euerget Opramaos von Rhodiapolis wieder aufgebaut wurde.

Er gilt als Paradebeispiel für den Euergetismus, Besonders im Hellenismus und während der römischen Kaiserzeit war der Euergetismus insbesondere in den Städten des östlichen Mittelmeerraumes von größter Bedeutung. Mächtige und reiche Mitglieder der Gemeinderäte unterstrichen durch Stiftungen, Spiele oder Getreidespenden und gemeinnützige Bauten, etwa Bäder, Theater und Aquädukte,ihren Führungsanspruch in der jeweiligen Stadt.

Die Stadt ist unterhalb eines als Akropolis zu bezeichenden Hügels zu Meer hin ausgerichtet. Als Zentrum kann das Areal um das Theater, die Agora und die Stoa bezeichnet werden. Die spärlichen Reste des Mausoleum des Opramaos, eines 7 x 7,5 m messenden Baus aus sorgfältig behauenen und gefügten Quadern befinden sich auf dem Platz vor dem Bühnenhaus des Theaters. Die Wände dieses Monuments waren mit ehrenden Inschriften bedeckt.

Entscheidender Nachteil dieses Siedlungsplatzes ist die Tatsache, dass in unmittelbarer Nähe keine Quelle ausgemacht werden kann. Die nächste Quelle befindet sich in ca. 1 km Entfernung im vom Meer  abgewandten Tal hinter der ca. 300 m hohen Kuppe der Akropolis, gut 100 m talwärts. Aquädukte sind nicht nachweisbar.
Um so mehr Aufmerksamkeit wurde dem Bau von Zisternen gewidmet, von denen sich eine große vor dem Rundtempel befinden.

Rhodiapolis war nach den ersten Ausgrabungen durch österreichische Archäologen vor rd. 100 Jahren wieder der Vergessenheit anheim gefallen. Erst ein Waldbrand in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts brachte die mittlerweile wieder vollständig überwucherten Ruinen wieder ans Tageslicht und damit ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

Heute wird die Stadt in jährlichen Grabungskampagnen von der Akdeniz Universität Antalya mit Unterstützung österreichische Archäologen ausgegraben. Die ersten systematischen Grabungen wurden in den Jahren 2006 und 2007 unter der Leitung von Prof. Dr.Nevzat Çevik durchgeführt.

Quellen: diverse

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
  Das Mausoleum des Opramoas von Rhodiapolis  
     
 

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Die Ruinen von Rhodiapolis befindet sich ca. 3 km in nordwestlicher Richtung vom heutigen Zentrum Kumluças entfernt auf einem Hügel. Die durch dichte Gewächshausbebauung führende Straße ist heute gut ausgeschildert und durch die Asphaltierung in einem der vergangenen Jahren auch befahrbar. Touristenbusse dürften aber auch heute ihre Schwierigkeiten haben.

Fahren Sie aus Richtung Kemer kommend, nach der Talfahrt an der ersten Ampelkreuzung am Ortsanfang Kumluças rechts ab. Das braune Schild nach Rhodiapolis ist leicht zu übersehen. Folgen sie dieser Straße bis zu deren Ende. Auch hier finden sie einen unscheinbaren Wegweiser zur Stadt. Biegen sie dem Wegweiser folgend rechts ab und achten Sie linker Hand auf das nächste braune Hinweisschild. Von nun an ist die Ausschilderung besser zu erkennen.
Auf dem Hügel angekommen empfehle ich den PKW auf dem unbefestigten Parkplatz stehen zu lassen. Es führt zwar ein unbefestigter Weg weiter bis zu einer Schranke vor der Stadt, jedoch rate ich aufgrund des schlechten Zustandes des Weges dringend davon ab, weiter als bis zum Parkplatz zu fahren. (Stand Dezember 2009)

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
     
  Weitere Fotos: