Sagalassos wurde in
hellenistischer Zeit gegründet und nach
einem schweren
Erdbeben im frühen
7. Jahrhundert n. Chr. während der
spätantik-frühbyzantinischen Epoche aufgegeben.
Offenbar blieb die Ruinenstadt danach unberührt
und fast ungeplündert bis in die Gegenwart
erhalten, obwohl Säulen-, Gebäudefragmente und
Tonscherben schon dem ungeübten Auge eine
ausgedehnte, in ihrer Blüte sehr wohlhabende
antike Stadt signalisieren.
Erste menschliche Siedlungen entstanden in der
Region um Sagalassos bereits um 8000 v. Chr.
Hethitische Dokumente weisen dann auf eine
Bergsiedlung namens Salawassa im
14. Jahrhundert v. Chr. hin. Die Stadt
erhielt
phrygische und
lydische Kulturimpulse. Während der
persischen Epoche war Pisidien für seine
kriegerischen Stämme bekannt.
Als Alexander der Große 333 v. Chr. Sagalassos
auf seinem Weg nach Persien eroberte, war es
bereits eine der wohlhabendsten Städte in
Pisidien. Einige tausend Einwohner dürften die
Stadt bewohnt haben. Nach dem Tode Alexanders
wurde die Region eines der Territorien von
Antigonos I. Monophthalmos (321 bis 301 v.
Chr.), möglicherweise des Lysimachus (301 bis
281 v. Chr.), der Seleukiden von Syrien (281 bis
189 v. Chr.) und der
Attaliden von Pergamon (189 bis 133 v.
Chr.). Archäologische Befunde zeigen, dass die
hellenistische Kultur von den Anwohnern schnell
übernommen wurde.
Im römischen Imperium
wurde Sagalassos eine der bedeutendsten
städtischen Siedlungen in Pisidien, wobei sich
eine auffällige Diskrepanz zwischen der
vermutlich geringen Einwohnerzahl (nach
bisherigen Erkenntnissen wohl deutlich unter
10.000 Menschen) und der Pracht und Größe der
öffentlichen Bauten beobachten lässt.
Um 400 n. Chr. wurde Sagalassos befestigt,
vermutlich war dies eine Reaktion auf die
angespannte Lage des Imperiums in dieser Zeit;
dennoch war der Ort während der ganzen
Spätantike noch immer bedeutend und
prosperierte; auch großzügige Privathäuser
wurden noch im 6. Jahrhundert errichtet.
Erdbeben verwüsteten wiederholt die Stadt, so
insbesondere 518, vor allem aber ergriff eine
Epidemie (die Justinianische Pest) um 542 auch
Sagalassos und tötete wohl etwa die Hälfte der
Bevölkerung. Noch einmal konnte sich der Ort
aber erholen. Persische Raubzüge bedrohten die
Stadt dann um 620, und nach einem weiteren
Erdbeben, das die Stadt spätestens in der Mitte
des 7. Jahrhunderts erneut zerstörte, wurde sie
weitestgehend aufgegeben. Das einfache Volk mag
das Tal wieder besiedelt haben. Ausgrabungen
förderten lediglich Zeichen eines befestigten
Klosters zu Tage, möglicherweise eine religiöse
Gemeinschaft, die im 12. Jahrhundert zerstört
wurde. Sagalassos verschwand aus allen
Aufzeichnungen und wurde vergessen.
In den
folgenden Jahrhunderten bedeckten Schutt und
Sedimente die Ruinen von Sagalassos und wegen
seiner Lage wurde es nicht in nennenswerter
Weise geplündert.
Quelle: Wikipedia
Sagalassos liegt ca. 90 km
Luftlinie von Antalya entfernt in 1.450 bis 1.600 m
Höhe, unweit des heutigen Ortes Ağlasun in der
türkischen Provinz Burdur am Fuße des Taurusgebirges .