Antike Städte an der Ägäis


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    Priene


Die Ursprünge der Stadt Priene liegen im Dunkel der Geschichte. Fest steht, dass die heute bekannte Siedlung gegen Mitte des 4. Jh. v. Chr. an dieser Stelle neu gegründet wurde. Die genaue Lage der ersten Ansiedlung der Priener ist nicht bekannt. Bekannt ist jedoch die bewegte Geschichte dieser Siedlung. So war Priene Mitglied des im 8. Jh. v. Chr. gegründeten Ionischen Städtebundes und war zeitweise Schutzmacht des Bundesheiligtums Panionion.

Priene beteiligte sich 494 mit zwölf Schiffen an der Seeschlacht vor der Insel Lade (Ionischer Aufstand 501–494 v. Chr.) und wurde wie die anderen ionischen Städte nach der Niederschlagung zerstört. Auch nach dem Sieg der Griechen über die Perser erholte sich Priene nur langsam. In den Tributlisten des Attischen Seebundes erschien Priene nur sporadisch. Es trat im 5. Jahrhundert v. Chr. nicht mehr als kriegsführende Partei auf, sondern die umliegenden Städte stritten sich um Priene. 387 v. Chr. kam Priene mit den anderen ionischen Städten wieder zum Persischen Reich.

Die heute weitgehend ausgegrabene Siedlung liegt am Südhang der gebirgigen Halbinsel Mykale unterhalb eines über 300 m hohen Felsens, der in das ummauerte Stadtgebiet einbezogen als Akropolis der Stadt diente. Benachbarte Stadtstaaten waren im Westen die Insel Samos, Milet im Süden, Magnesia im Osten und Herakleia am Latmos im Südosten. Die Siedlung wurde planmäßig und trotz der teils steilen Hanglage mit einem rechtwinkligen Straßenraster angelegt, das die Fläche in gleich große Insulae gliederte. In der Stadtmitte war ein großer Platz, die Agora, ausgespart. In den Wohngebieten waren die Insulae anscheinend in gleich große Parzellen geteilt und mit einem weitgehend einheitlichen Haustyp bebaut. Der aufwendigste Einzelbau der neuen Stadt war der Athenatempel. Auf einer seiner Anten ist eine Bauinschrift für Alexander den Großen eingemeißelt, der den Bau unterstützte, als er sich auf seinem Eroberungszug gegen das Perserreich 334 v. Chr. in Ionien aufhielt.

Die Ruinen des Athena-Tempels

Priene, das wie die anderen griechischen Städte in Kleinasien die Autonomie behielt, hatte eine demokratische Verfassung, deren einzelne Ämter aus den Inschriften bekannt sind. Im Lauf der folgenden Jahrhunderte wurde die Stadt mit zahlreichen Marmorbauten immer weiter ausgebaut, die Agora mit Hallen umgeben. Zahlreiche mit Inschriften versehene Statuenbasen und Exedren zeugen vom Einfluss einzelner Familien.

Priene gelangte mit dem Sieg der Römer unter Gnaeus Manlius Vulso über die Seleukiden im Jahre 190 v. Chr. vorerst als freier selbständiger Bundesgenosse in den Machtbereich Roms. Gegen 140 / 130 v. Chr. zerstörte eine Brandkatastrophe die im Westen gelegenen Stadtviertel. Im Jahre 129 v. Chr. kam Priene wie auch das gesamte Reichsgebiet Pergamans per Testamentsbeschluss unter die Herrschaft des Römischen Reichs, wenn es auch nominell freie Stadt blieb. Die Mithridatischen Kriege von 89 - 65 v. Chr. brachten  den wirtschaftlichen Niedergang der Stadt. Einige Bauprojekte zeugen jedoch von einer gewissen Erholung, die sich daran bis in die frühe Kaiserzeit anschloss, darunter vor allem die Fertigstellung des Tempels unter Augustus, in dem dieser von da an mit verehrt wurde. Durch Anschwemmungen des Großen Mäander schob sich die Küstenlinie mehr und mehr hinaus, wodurch Priene mit seinem Hafen zusehends an Bedeutung verlor.

Bei der Teilung des Römischen Reichs kam Kleinasien – und damit auch Priene – zum oströmischen Reich, das als byzantinisches Reich bis 1453 fortbestand. Vom 5. Jahrhundert an ist die Stadt als Bischofssitz belegt. Im 13. Jahrhundert wurde aus Spolien im Bereich der ehemaligen Agora ein Kastell errichtet. Mit der Eroberung durch die Türken gegen 1300 endet schließlich der Nachweis für die Besiedlung.

In der Neuzeit erregten die Ruinen von Priene erstmals wieder 1673 das Interesse englischer Geschäftsreisender. Des berühmten Athenatempels wegen war Priene im 18. und 19. Jahrhundert ein Reiseziel auf den Forschungsreisen der Society of Dilettanti nach Ionien. Dabei legte 1868/69 Richard Popplewell Pullan das Athenaheiligtum weitgehend frei. Die systematische Ausgrabung großer Teile der Stadt begann 1895 durch den Archäologen Carl Humann. Nach dessen Tod 1896 wurde das Unternehmen von Theodor Wiegand und Hans Schrader fortgeführt. Wenige Jahre später wurden die Ergebnisse in einer ausführlichen Publikation vorgelegt. Im Jahre 1998 wurden die Grabungen unter der Leitung von Prof. Dr. Wulf Raeck wiederaufgenommen. In regelmäßigen Kampagnen werden vor allem die spätklassische und hellenistische Stadtplanung und Wohnarchitektur von Priene erforscht.

Die heutigen Ausgrabungen werden vom Deutschen Archäologischen Institut durchgeführt. Auf der  Homepage der Universität Frankfurt wird ständig über den Verlauf der Unternehmung berichtet.

Es besteht die Möglichkeit, durch eine Spende an das Archäologische Institut einen Beitrag zum Gelingen des Projektes zu leisten. Die Kontodaten finden Sie auf o.g. Homepage der Universität  Frankfurt.

Quelle: Wikipedia u.a.

Sie erreichen Priene über die Nationalstraße D525. Von Selcuk kommend, passieren Sie nach ca. 45 km die Provinzstadt Söke und nach nach weiteren 5 km die Ortschaft Yenidogan. Am Ortsausgang biegen Sie am Kreisverkehr an der ersten Ausfahrt in Richtung Dydim ab. Die Straße (die 09-55) ist bestens ausgeschildert. Nach 11 km erreichen Sie das Dorf Gülübaçe, an dessen Ortsende eine kleine, ausgeschilderte Straße rechts ab zu den Ruinen der antiken Stadt Priene führt.

Öffnungszeiten:
Täglich 9.00 bis 19:00 Uhr, im Winter bis ca. 17:00 Uhr
(außerhalb der Öffnungszeiten ist das Gelände frei zugänglich)

Eintritt: (Januar 2009)
3 TL pro Person

      Priene

Kassenhäuschen 8  Bouleuterion
2  Oberes Gymnasion Prytaneion
Theater 10 Fisch- und Fleischmarkt
4  Byzantinische Basilika 11 Agora
Demeter Heiligtum 12 Tempel des Askepios
Tempel der Athena 13 Unteres Gymnasion
7  Heilige Halle 14 Stadion