Antike Städte an der Türkischen Riviera


 

 

 

   
   Termessos


Lage und Örtlichkeit
Termessos liegt ca. 35 km nordwestlich von Antalya in ca. 1000 Meter Hohe inmitten einer herrlichen Berglandschaft. Von Side kommend fahren Sie über die Nationalstraße D400 am Flughafen vorbei und biegen am großen Kreisverkehr nach dem Flughafen nach rechts, Richtung Kemer ab. Nun folgen Sie der Beschilderung zum Otogar (Busbahnhof). Sie stoßen unweigerlich auf die vierspurige Nationalstraße D 650, an der der Otogar liegt. Fahren Sie die D650, Richtung Burdur. Etwa 15 km nach dem Otogar biegt links die D350, Richtung Denizli/ Korkuteli, ab. Nach weiteren ca. 10 km gelangen Sie an den gut ausgeschilderten Eingang zum Termessos Güllük Dağ
ı Millı Parkı.

Vom Parkeingang führt über Serpentinen eine schmale Straße ca. 7 km bis zum Parkplatz im unteren Bereich der antiken Stadt.

Aufstieg zum oberen Stadtgebiet auf der antiken Königsstraße 

Vom Parkplatz führt die antike Königsstraße, heute ein ausgespülter, steiler Weg hoch zur oberen Stadt. Rechnen Sie mit einer anstrengenden halben Stunde Fußmarsch.

Festes Schuhwerk ist bei dem ungeraden und teils mit Gestrüpp bewachsenen Untergrund genau so zu empfehlen wie lange, feste Hosen. Es empfiehlt sich, den Weg in die Stadt frühzeitig genug zu beginnen. Im Sommer ist der Weg nur in den frühen Morgenstunden empfehlenswert.
Bitte beachten Sie, dass das Stadtgebiet von Termessos nur notdürftig gesichert ist. Archäologisch ist die Stadt kaum wirklich erforscht.

Öffnungszeiten (Stand 2007)
Im Sommer täglich von 8 bis 17.30 Uhr, im Winter vom 8 bis 16.30 Uhr.
Für die Besichtigung sollten Sie ca. einen halben Tag (und mehr) einplanen.
Eintritt 3,00 Euro

Geschichte der Stadt
Erste historische Erwähnung der Stadt ist die erfolglose Belagerung durch Alexander den Großen 334/333 v. Chr., die Geschichte der Stadt reicht aber vermutlich bis ins 2. Jahrhundert vor Chr. zurück. Weder Alexander der Große noch nachfolgende Belagerer konnten die genial befestigte Stadt je einnehmen.

Termessos erlebte seine Blütezeit vom 1. Jh. v. Chr. bis zum 2. Jh. n. Chr. nachdem sich Rom mit Mithridates, einem pontischen König verbündet hatte. Eine enge Verbindung zu Rom führte nicht nur zu prächtigen Bauten und Freiheiten für die Bevölkerung, sie führte auch zu einem ganz beachtilchen Wohlstand.

Die Stadt verlor während der oströmischen Herrschaft mehr und mehr an Bedeutung und wurde vermutlich Ende des 4. Jahrhunderts n.Chr. nach einem Erdbeben von seinen Bewohnern verlassen und aufgegeben. Die meisten heute zu besichtigenden Ruinen entstanden in der Blütezeit unter römischem Schutz.

Termessos wurde 1842 von englischen Archäologen wiederentdeckt. Knapp 40 Jahre später begann ein Team unter Leitung des österreichischen Grafen Karol Lanckoronski die Stadt systematisch zu erforschen und zu vermessen. Da etliche Bauwerke im letzten Jahrhundert einstürzten, sind die Fotografien und Zeichnungen des Grafen und seiner Mitarbeiter von unschätzbarem Wert für die Rekonstruktion der Gebäude. Heute bevölkern türkische Schulklassen und Touristen die Stadt.

Besichtigung
Die Stadt lässt sich in einem Rundgang erkunden. Man startet am Parkplatz und steigt über die bereits erwähnte "Königsstraße". Etwa auf halber Strecke überqueren Sie die Schwelle des einstigen Stadt-Tores der genial befestigten Stadt. Die Reste der Stadtmauer auf der linken Seite lassen erahnen, wir mächtig diese einst war. Etwas höher passiert man die Reste eines Wachturmes, von den noch zehn Reihen mächtiger Steinquader erhalten blieben.

Als nächstes passiert man das Gymnasion, welches sich 91 Meter weit nach links erstreckt. Folgt man dem teils überwucherten Trampelpfad, gelangt man entlang der relativ gut erhaltenen Vorderfront des Gymnasiums zu einer römischen Therme.

Tritt man vom Gymnasium kommend zurück auf die Königsstraße, wird das Auge von der Mächtigkeit der dort sichtbaren und gut erhaltenen inneren Befestigungsmauer festgehalten. Auf der nächsten Terrasse befindet sich das Theater. Zu ihm führte einst eine prächtige, mit Säulen gesäumte Kolonnadenstraße Endlang der Straße befanden sich auf beiden Seiten Läden, kleinere Gebäude, Säulenhallen und wohl auch kleine Tempel und Statuen. Etwas weiter bergauf betritt man den einstigen Marktkomplex der Stadt mit der großen Agora und einer Zisterne.

Das lohnenswerteste und imposanteste Ziel im Wirrwarr der Bäume, Mauerreste und Gestrüpp ist aber ohne Zweifel das Theater von Termessos. Teile des Bühnengebäudes und große Teile der Zuschauerreihen blieben uns bis heute erhalten. Die Lage des Theaters in der zerklüfteten Bergkulisse ist einmalig. Allein die Besichtigung des Theaters lohnt den anstrengenden Fußmarsch hier herauf. Die Form des Theaters lässt auf griechische Baumeister schließen, denn die typisch Römischen Theater weisen allesamt einen Halbkreis auf. Es fasste nur 4.200 Personen und war damit recht klein.

Wendet man sich vom Theater nach Süden, stößt man unweigerlich auf die mächtigen Mauerreste des einstigen, vermutlich überdachten Odeons, dem damaligen Rathaus der Stadt. Leider ist das innere des Odeons mit Steinen übersät und mit dichtem Gestrüpp bewachsen. Erwähnenswert sind noch die hinter dem Odeon liegenden Artemistempel. Am kleineren Tempel sind Inschriften erhalten, welche auf eine Aurelia Amasta als Stifterin hinweisen.

Termessos war und ist berühmt durch das Grab des Alketas, einem General Alexander des Großen, der in Termessos nach einem Verrat Selbstmord beging und nach der Schändung seines Leichnams durch seinen Widersacher von Bürgern der Stadt ehrenvoll begraben wurde. Überhaupt sind die Nekropolen der Stadt absolut sehenswert. Eines der interessantesten Grabmäler der südlichen Nekropole ist das Löwen-Grab, in dem noch heute ein kaum beschädigter Steinsarkophag mit Löwenreliefs steht.

Am Ende des anstrengenden Rundganges passiert man auf der Höhe des Parkplatzes das Tor des Hadrian. Die noch immer gut lesbare Inschrift im oberen Torbalken gibt Auskunft darüber, dass sich an dieser Stelle ein Tempel zu Ehren des römischen Kaisers Hadrian befand.

 

        Termessos

 

Plan des antiken Termessos                                       copyright by www.histolia.de

 

 

1 Soldatennekropole 10 Theater
2 Marmortor 11 korinthischer Tempel
3 Verteidigungsanlagen 12 Zisternen
4 Grab des Alketas 13 Heroon
5 Gymnasium 14 Odeon
6 Kolonnadenstraße 15 Tempel des Zeus
7 obere Stadtmauer 16 Tempel der Artemis
8 Nekropole 17 Hauptnekropole
9 Stoa des Osbaras 18 Löwen-Sarkophag