Interessante Orte in der Türkei

   
  Im "Rauen" Kilikien  
 
 
 
   
  Korykos (Kizkalesi)  
   
   
  Heute ein beliebter Ferienort  
     
     

 

   

 

   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Kizkalesi ist heute eine Touristengemeinde mit ca. 2.500 Einwohnern.
Nachdem der Ort bereits in den 1970er Jahren von türkischen Touristen gut besucht war, hat es sich seitdem zu einer Hochburg des internationalen Tourismus entwickelt und ist heute von Deutschen, Engländern und Russen sowie den GIs aus der amerikanischen Luftwaffenstützpunkt İncirlik bei Adana stark frequentiert. Damit ging auch ein Bauboom einher, in dessen Verlauf nicht nur Beherbergungsbetriebe, sondern auch Hochhäuser mit Miet- und Eigentumswohnungen gebaut wurden. Dort hat sich auch eine größere Gruppe von Deutschen angesiedelt.

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Über das antike Korykos ist nicht allzu viel bekannt, zumal es noch nicht ausgegraben und somit weitgehend unerforscht ist. Laut Herodot, (484-425 v .Chr.) dem Vater der Geschichtsschreibung, wurde die Stadt vom zyprischen Prinzen Korykos gegründet. Erste Erwähnung in der Geschichtsschreibung findet Korykos, als 97 v. Chr. der König von Syrien, Antiochos III., die Kilikischen Pforten und die Mittelmeerküste von den Ptolemäern, den griechischen Herrschern in Ägypten eroberte.

Korykos wurde 67 v. Chr. von den Römern besetzt, wurde aber erst 72 n. Chr. in das römische Imperium aufgenommen. Münzfunde belegen, dass die Stadt in der Kaiserzeit unabhängig war. Der römische Schriftsteller, Anwalt und Philosoph Cicero schrieb über die Stadt und machte sie berühmt. Ihre Glanzzeit hatte die Stadt in römisch-byzantinischer Zeit. Stephanus von Byzanz beschrieb Korykos als bedeutendste Stadt in der Region um Seleucia.
Die weitaus meisten Überreste des antiken Korykos schließen sich in östlicher Richtung an das heutige Kizkalesi an. Das Gelände ist jedoch kaum erschlossen und schlecht begehbar.

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Direkt am Meer, auf einer ehemaligen Halbinsel, stehen die Ruinen der sogenannten Landburg, einer damals von drei Seiten natürlich geschützten Trutzburg aus der Mitte des 13. Jh.
Landwärts war die Burg, die auf den Resten einer viel früheren Befestigungsanlage errichtet wurde, durch einen tiefen, aus dem Felsen geschlagenen Wassergraben geschützt. Zum Bau der mittelalterlichen Burganlage wurden, wie leicht zu erkennen ist, fast ausschließlich Reste der antiken Bausubstanz verwendet. So lassen sich z.B. in den Mauern auf der Nordseite unschwer die Reste von Säulentrommeln und Altarsteinen ausmachen. Die Burg schützte den heute verlandeten Hafen.

 
   
   
   
   
   
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Die Burg besteht aus zwei Ringmauern, die einen 145 x 125 m großen Innenhof umschließen. Da Feinde nur von der Ostseite mit Erfolg angreifen konnten, waren hier die Mauern besonders stark ausgeführt.
Außerdem wurde hier ein tiefer Graben in den Fels geschlagen, der die Burg vom Umland trennt.
Der Zugang erfolgte über eine Zugbrücke. Heute liegt der Graben trocken, war aber ursprünglich sicher mit Wasser gefüllt.

 
   
   
   
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

An der südwestlichen Ecke des äußeren Mauerringes befindet sich ein Bogentor, welches einen Zugang vom Meer her ermöglichte. Dies sicher, um sowohl die Versorgung während einer Belagerung zu ermöglichen. Möglich ist aber auch, dass es als Ausfalltor gedacht war, um den Insassen eine Fluchtmöglichkeit zu belassen.

 
   
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Bekannter, sicher auch weil von weit her sichtbar, ist die Seeburg, die "Mädchenburg", nach der der heutige Ort seinen Namen bekam. (Kizkalesi = türkisch Mädchenburg) Auch diese Burg diente dem Schutz des Hafens. Eine Mole verband einmal beide Burgen.
Um ihre Entstehungsgeschichte rangt sich die Sage, dass ein Sultan die Burg errichten lies um seine Tochter vor einem ihr prophezeiten Schlangebiss zu schützen. Der tödliche Biss ereilte die Tochter aber trotzdem, da die Schlange in einem Obstkorb auf die Insel gebracht wurde. Diese Sage hört man in der Türkei allerdings öfter, so auch um dem Mädchenturm im Bosporus bei Istanbul.

 
   
   
   
   
   
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Die Mädchenburg, oder auch Seeburg, wurde auf einem Felsen, 200 Meter von der Küste. Unter den Archäologen ist umstritten, wann die Burg erbaut wurde.
Während die Einen annehmen, dass die Festung 1104 vom byzantinischen Admiral Eustathios als ein wesentliches Glied einer byzantinischen Verteidigungskette erbaut wurde, um die Außengrenzen des byzantinischen Reiches zu schützen, sind andere der Meinung, dass sie erst im 12./13. Jahrhundert unter dem armenischen König Leon II. errichtet wurde, was aus einer heute verlorenen Inschrift hervorgeht, die 1861 dokumentiert wurden.
Nachdem im 15. Jahrhundert die Landfestung an die Osmanen gefallen war, konnte der Emir von Karaman auch die Inselfestung erobern.

 
   
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Die Mauern der Festung sind mit Schießscharten ausgestattet und haben eine Gesamtlänge von 192 m, in Ost-West-Richtung hat die Burg ihre größte Breite mit 75 m. In der Mauer sind acht teils runde, teils viereckige Befestigungstürme, von denen der dreistöckige Ostturm der höchste ist.
An der Westmauer ist innen eine Säulenhalle recht gut erhalten, im Innenhof sind Reste einer Kapelle und einer Zisterne zu sehen.

 
   
   
   
   
   
     
     
 

Für den kulturell interessierten Besucher sind zahlreiche archäologische Stätten zu finden.
Die wichtigsten sind:

Adamkaylar, römische Felsengräber mit schönen Reliefs im Teufelstal (Şeytan Deresi)

Via Sacra, zahlreiche Kirchen, Sarkophage, Gräber und Zisternen.

Cambazli, mehrere römische Tempelgräber, eine dreischiffigen Emporenbasilika aus der zweiten Hälfte des 5. Jh. n. Chr.

Elaiussa Sebaste, eine antike Stadt mit Tempeln, Kirchen, einem Theater und einer Badeanlage am ehemaligen Hafen.

Imbriogon, Sommerfrische reicher Römer aus Seleucia ad Calycadnum (Silifke), mehrere römische Tempelgräber, ein römisches Bad, Zisternen.

Kanlıdivane, eine Einsturzdoline. Am oberen Rand liegen drei Kirchen, eine große Nekropole mit schönen Felsgräbern und Reliefs sowie verschiedene andere Gebäude.


Olba, ehemaliger Sitz der Sitz der Priesterkönige des Zeus Olbios, ein Aquädukt, ein Nymphäum, ein Theater, eine Nekropole.

Diokaisareia, eine große antike Stadt beim heutigen Ort Uzuncaburç, großer Zeustempel, weitere Tempel und andere Gebäude, ein beeindruckendes Stadttor, eine große Nekropole, ein Theater.

Cennet ve Cehennem, zwei große Einsturzdolinen, die größere, begehbar, ist über 100 Meter tief. unten liegt eine antike Kirche.

In Narlıkuyu, dem nächsten Ort an der Küstenstraße nach Westen, steht das sogenannte Mosaikmuseum (Mozaik Müzesi), in dem es ein sehr schönes römisches Mosaik der drei Grazien zu bewundern gibt.

Sehenswert auch die Stadt Silifke mit der Festung, einer großen byzantinischen Zisterne und den Resten eines römischen Tempels.

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
     
 

Man erreicht Kizkalesi über die 4-spurig ausgebaute Nationalstraße D400, 26 km hinter Silifke, Richtung Mersin. Nach Mersin sind es von hier aus 60 km, nach Adana 145 km.