Urlaub an der türkischen Riviera

   
  Wo Alexander der Große einst überwinterte  
 

 



 

 
   
  Phaselis  
   
   
  Antike Stadt mit bewegter Geschichte  
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Die antike Stadt Phaselis ist ein beliebtes Ausflugsziel der lokalen Ausflugsagenturen im nahen Kemer, aber auch entlang des gesamten Küstenstreifens zwischen Antalya und Alanya. Sie ist aber auch ein interessantes Zwischenziel auf den Blauen Reisen von Antalya nach Kekova und zurück.
Obwohl die Ruinen von Phaselis zu jeder Tageszeit sehenswert sind; am schönsten ist es in Phaselis an den Nachmittagen, wenn die meisten Busse abgefahren sind und die Stadt den Einheimischen und Individualtouristen gehört. Dann ist es möglich, die Überbleibsel der bewegten Vergangenheit dieser Stadt auf sich wirken zu lassen.

 
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Einer Überlieferung nach landete im Jahre 690 v. Chr. der griechische Held Lakios von Rhodos mit seinem Gefolge auf der Halbinsel um eine neue Siedlung zu gründen. Dort traf er auf den Eigentümer der Halbinsel, einem Schafhirten, und bot ihm als Kaufpreis Getreide oder getrockneten Fisch an. Dieser wählte den getrockneten Fisch. Selbst nach der Stadtgründung war es jahrhunderte lang Brauch, getrockneten Fisch zu opfern.

 
   
   
   
   
     
 
 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Bereits nachdem man das Kassenhäuschen und das kleine Museum hinter sich gelassen hat, passiert man einige unscheinbare Ruinen, u.a. das Fundament eines Tempels. Bei der Auffahrt auf den großen Parkplatz ziehen die Reste des Aquädukts den interessierten Besucher in ihren Bann.

 
   
   
   
     
 

Das Aquädukt leitete vom 25 km entfernten Berg Olympos, heute Tahtalı Dağı, Trinkwasser in die Stadt. Es wurde unter den römischen Kaisern Domitian und Trajan im 1. Jh. n. Chr. ausgebaut und anlässlich des Besuches des Kaisers Hadrian im Jahr 129 n. Chr. teilweise erneuert.

 
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
  Phaselis hat, wie viele Städte entlang der türkischen Mittelmeerküste, eine bewegte Geschichte. Hier ein kurzer Abriss:  
   
     
 

Um 690 v. Chr. als rhodische Kolonie gegründet, gehörte Phaselis ab etwa 550 v. Chr. für lange Zeit dem Perserreich an. 334 v. Chr. ergab sich Phaselis Alexander dem Großen, der dort im Winter 334/333 vor der Schlacht bei Issos überwinterte.
Nach Alexanders Tod, während der Diadochenkriege, war die Stadt bis 197 v. Chr. ptolemäisch, dann bis 187 v. Chr. seleukidisch. 167 v. Chr. wurde sie Mitglied des Lykischen Bundes.
Der starke Konkurrent Attaleia als Hafen- und Handelsstadt brachte Phaselis einen ersten Niedergang,der es Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. gemeinsam mit Olympos zu einem Schlupfloch kilikischer Seeräuber herunterkommen ließ.

Unter den römischen Kaisern Domitian, Trajan und Hadrian wurde die in den Seeräuberkriegen zerstörte Stadt Ende des 1. Jh. n. Chr. repräsentativ wieder aufgebaut und erlebte eine zweite Blüte.  Aus dieser Zeit stammen die meisten der heute erhaltenen Ruinen.
Von den späteren Einfällen der Piraten und Araber in der Mitte des 7. Jahrhunderts erholte sich Phaselis jedoch nie mehr, auch wenn es als byzantinischer Flottenstützpunkt im 8. Jahrhundert vorübergehend noch einmal einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebte.
Seit dem 10. Jahrhundert diente es nur noch als Steinbruch für Antalya, das Material für seine Befestigungen benötigte.

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 

 

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Der sogenannte Stadthafen mit seinen einst mächtigen Kaimauern ist heute eine beliebte Badebucht. An Sonn- und Feiertagen lagern hier etliche einheimische Familien aus der Umgebung.

 
   
   
     
 

Der Stadthafen war Umschlagplatz für Handelswaren aller Art. In römischer Zeit war Phaselis eine in der ganzen antiken Welt bekannte Hafenstadt. Das in der Umgebung hergestellte Rosenöl und Parfüm wurde nach Rom und in fast alle römischen Provinzen exportiert. So gelangte die Stadt zu enormem Reichtum und Ansehen. Allerdings waren die Bewohner von Phaselis als nur auf ihren Vorteil bedachte, unverschämte Menschen verschrien, die nicht daran dachten geliehenes Geld zurückzuzahlen.

 
   
   
   
   
   
     
 

 
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Vom Stadthafen führt eine 10 Meter breite und fast 300 Meter lange, gepflasterte Prachtstraße quer über die Halbinsel. Die Straße war links und rechts von Säulen gesäumt. Es war die belebteste Straße der Stadt, an der sich die wichtigsten öffentlichen Bauten befanden.

 
   
   
     
 

Am nördlichen Ende der Prachtstraße befand sich die Große Therme, ein langgestreckter Bäderkomplex mit angrenzendem Gymnasion. Noch heute ist das Hypocaustum, die Fußbodenheizung des Caldariums sichtbar. Bis hierher reicht heute das Aquädukt.

 
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Etwa in der Mitte der Prachtstraße wurde bereits in der Spätantike ein ein zentraler Platz angelegt, die erste Agora. Auf der Westseite befindet sich das Bouleuterion. Man nimmt an, dass dieses Gebäude ursprünglich zweistöckig war, da sowohl Treppen wie auch Fensteröffnungen zu sehen sind.

 
   
   
   
     
  Auf der Ostseite, unterhalb der Akropolis befindet sich das kleinere, römische Bad. Auch hier ist die römische Fußbodenheizung, das Hypocaustum noch gut zu erkennen.  
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
  Auf der Ostseite der Agora führt heute eine hölzerne Treppe zum Theater, das in den Hang der Akropolis eingelassen wurde. Das ursprünglich hellenistische Theater wurde in römischer Zeit um einen zweistöckiges Bühnenhaus erweitert.  
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
  Das Theater hatte ein Fassungsvermögen von ca. 1700 Zuschauern, die auf 20 Sitzreihen Platz fanden. Einiges deutet darauf hin, dass in der späteren Römerzeit das Theater zu einer Arena umgebaut wurde und zum Schutz der Zuschauer vor Raubtieren zwischen cavea und orchestra Gitter installiert wurden. Unter dem Bühnenhaus befanden sich in dieser Zeit die Raubtierkäfige.  
   
   
   
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
     
 

Vom zentralen Marktplatz führte die Prachtstraße weiter zum Südhafen. Dieser Abschnitt der Straße war auf ihrer ganzen Länge auf beiden Seiten von vier Reihen Steinstufen flankiert. Man nimmt an, dass auf diesem Teil der Prachtstraße Prozessionen o.ä. abgehalten wurden.

 
   
   
     
 

Zu Ehren der Kaiser Domitian und Trajan wurden auf der Westseite der Prachtstraße je eine neue Agora angelegt. Dies zeugt vom hohen Handelsaufkommen dieser Zeit. Von den die Agoren umgebenden Gebäuden sind nur noch spärliche Reste vorhanden.

 
     
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
   
 

Am südlichen Ende der Prachtstraße wurde anlässlich des Besuches von Kaiser Hadrian im Jahr 129, wie in Antalya, ein Ehrentor errichtet. Leider fiel auch dieses, mit Marmorreliefs reich geschmückte  Tor weitgehend dem Baustoffbedarf von Antalya zum Opfer.

 
   
   
     
 

Das Hadrianstor befand sich am Eingang zum Südhafen der, so berichten die Chroniken, weitgehend als Handelshafen genutzt wurde. Auch die Kaianlagen sind bis auf wenige Reste dem Abbau anheim gefallen.

 
   
   
     
 

Die dem Meer zugewandte Akropolis von Phaselis ist heute von dichtem Unterholz überwuchert. Am Osthang sind oberhalb des Theaters sind die Fundamente zweier Tempel auszumachen, die der Hauptgottheit von Phaselis, Athena Polias und dem Gott des Handels geweiht waren.
Von der weithin sichtbaren Pracht der Akropolis sind heute nur noch Hausreste der letzten Bewohner zu sehen, die sich auf dem Bergrücken verschanzt hatten und die Stadt im 7. Jahrhundert aufgegeben hatten.
Die übrigen Wohnviertel mit Straßen und Häusern sind nahezu vollständig abgetragen.