Die Göttin Artemis Eleuthera (Kybele) besaß in Myra ein Kultzentrum, das bei einem Erdbeben 141 n. Chr. zerstört wurde. Eine Inschrift des Opramoas von Rhodiapolis, der den Bau des Theaters finanzierte, kennzeichnet ihren Tempel in Myra als den größten und prunkvollsten. Eine Legende berichtet vom eigenhändigen Abriss des Heiligtums durch Bischof Nikolaus.
Myra war Bischofssitz, Nikolaus von Myra (geboren zwischen 270 und 286 in Patara, gestorben am 6. Dezember 326, 345 oder 351) wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts hier als Bischof.
809 fiel Myra an arabische Truppen unter Harun al-Rashid und verlor an Bedeutung. Während der Regentschaft des Alexius I. Comnenus, (1081 – 1118) wurde Myra von den islamischen Seldschukenherrschern erobert. Die Stadt wurde im Lauf der Jahrhunderte unter dem Schlamm des Demre-Flusses begraben und 1965 – 68 durch den deutschen Archäologen Jürgen Borchhardt erforscht.
Die Gebeine des Heiligen Nikolaus wurden im Jahre 1087 von italienischen Kaufleuten nach Bari abtransportiert. Damit verlor die Kirche nicht völlig ihre Bedeutung, sondern wurde auch später noch von Pilgern aufgesucht.
Die Kirche, die Jahrhunderte lang im Schlamm des Demre-Flusses versunken war, wurde 1863 vom russischen Zaren Alexander II. erworben und teilweise wiederhergestellt. 1963 wurde die östliche und westliche Seite der Kirche ausgegraben. Seit den 1990er Jahren finden weitere türkische Grabungen an der Kirche statt. In ihrem Inneren finden sich byzantinische Fresken und Bauplastik sowie römische Sarkophage, die als Spolien wieder verwendet wurden. Vor der Kirche steht ein modernes Denkmal des Heiligen Nikolaus.
Weitere Sehenswürdigkeiten der Stadt sind das römische Theater und die lykischen Felsengräber.
Der alte Hafen von Myra (Andriake), 5 Kilometer südwestlich von Demre (heutiger Name: Bucht von Cyagzi) ist heute verlandet. Der Apostel Paulus wechselte hier im Jahr 59 n. Chr. auf seiner Reise nach Rom das Schiff. Sehenswert ist das alte Granarium, eine Kornkammer, in der bis zu 6000 Kubikmeter Getreide gelagert werden konnten.


































